Reisebericht der Charity-Weltreise 2011 (8)


Hilo, PHTO 23.05.2011 130 NM 1:09

Der Flug über Maui glich einem Rodeoritt. Über dem Wasser wurde es dann ruhiger. Bei diesem Flug wurden die beiden Pumpen vom Zusatztank geprüft nachdem die Filter in der Werkstatt gereinigt worden waren. Die Pumpen arbeiteten zwar, aber trotzdem wurde kein Kraftstoff in die Flächentanks gefördert. Bei der Ankunft in Hilo ließen wir die Systeme nochmals überprüfen, allerdings mit dem gleichen Ergebnis. Ein Mechaniker stellte dann glücklicherweise fest, dass der Monteur in Honolulu die Filter nach der Reinigung falsch eingebaut hatte. So sind wir nochmal von einer Landung mitten im Pazifik davongekommen.

24.05.2011
Hilo ist keine besondere Stadt. Die regenreiche Ost- und Südostküste sind der reinste Urwald, eingehüllt und umgeben von Lavafeldern. Der Hawaii Volcanoes National Park ist sehr sehenswert, vor allen Dingen mit dem rauchenden und spuckenden Kilauea-Krater bei Tag und in der Nacht.

Heute, am 25.05.2011, auf der Fahrt zur Westküste nach Kailua-Kona fährt man stundenlang und meilenweit nur durch Lavafelder soweit das Auge reicht. Da es hier kaum regnet, wachsen im Lavagestein nur verdorrte Dornenbüsche.

26.05.2011
An sich ist die Westseite Big Islands eine reine schroffe Lavaküste mit nur sehr seltenen kleinen Sandbuchten. Unverständlich ist deshalb für uns die mit Hotels vollgebaute Küste. Wie uns scheint, sind sämtliche Hotels nur zu 25 % belegt. Mit unwirtschaftlicher Bauwut kommen auch nicht mehr Touristen, wenn mit dem Erlebten nicht groß Reklame gemacht werden kann.

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Hilo, PHTO 27.05.2011 1645 NM 14:09

Die Fahrt nach Hilo zurück über den bergigen Nordteil der Insel kann man mit den Almen in den Alpen vergleichen. Saftige Graslandschaften für Rinder mit lieblichen Alpenhügeln gestalten das Inselbild. Hier existiert auch eine Großranch nach der anderen. Eine einzigartige Regenwaldidylle nimmt einen um den Akaka-Wasserfall gefangen.

Vollgetankt und mit sehr vielen und guten Vorhersagen sowie Bewertungen vom eigenen Internetwetter und dem hawaiischen FSS ausgestattet, starteten wir gegen 17.00 Uhr Ortszeit in Richtung US-Festland nach Oakland.

Entgegen aller Recherchen hatten wir nach einer Stunde 30 kts. Gegenwind auf der Schnauze, so dass nach 8 Stunden schon unsere Reserve von 3 Stunden aufgebraucht war. Es wollte sich der vorhergesagte Rückenwind nicht einstellen. Auch ATC konnte oder wollte uns nicht weiter helfen, wo und wann denn nun endlich mit einem anderen Wind zu rechnen sei. Es sind ja nur alles Computermodelle vom grünen Tisch. Es blieb uns mit diese Hilfe nichts anderes übrig, als eine 180° Kehrtwendung zu machen und nach Hilo zurück zu fliegen, bevor der Punkt von No Return erreicht ist und wir im Pazifik baden gehen. Immerhin war es ein „Ausflug“ von 14:08 Stunden bei Nacht gewesen.

28.05.2011
Schlafen und Ausruhen waren angesagt.

28.05. bis 03.06.2011
Wettermäßig sind wir erst einmal in Hilo gegrounded, weil die Gegenwindkomponente noch zu stark ist. Der FSS Honolulu scheint sich mit unseren Anfragen zu langweilen, weil bei jedem Anruf ein anderer Mitarbeiter am Telefon ist und diesem von neuem unsere Problematik erklärt werden muss, obwohl uns versprochen wurde, dass uns eine Person mit dem Wetter berät. Mit allen zur Verfügung stehenden Programmen im Internet wird auch von uns selbst alles abgecheckt.

Zwischendurch geht es mit dem Leihwagen auf Tour. Eine mühsame, aber schöne Fahrt auf einer Schotterpiste leitete uns auf den Mauna Kea bis auf 4200 m mit einer Steigung von bis zu 18%. Auch der Rainbow Wasserfall durfte nicht fehlen, ebenso der Rain Forest Zoo mit einem weißen Tiger als Aushängeschild. Nochmals zog es uns zum Kilauea in den Volcano National Park, weil die Lavalandschaft einfach zu gigantisch ist. Zwischendurch erschien von uns und unseren Hilfsprojekten ein ausführlicher Artikel im Hawaii Herald Tribune.

Egal, wo wir bisher gelandet sind und mit Menschen persönlichen Kontakt hatten, alle zeigten sich für die beiden Projekte Harl-e-kin und MAF sehr interessiert und ließen sich die Arbeit der Helfer ausführlich erklären und waren von unserem Engagement begeistert.

04. - 06.06.2011
Aufgrund des Artikels in der Hawaii Herald Tribune bekamen wir eine Einladung zum Abendessen von einem philippinischen Arzt und seiner hübschen Frau, die seit einigen Jahren in Hilo wohnen. Die persönliche Bekanntschaft und unsere Fliegerei haben die beiden so sehr begeistert, dass sie uns zu sich nach Hause zum BBQ einluden. Wir schlossen eine richtige Freundschaft mit dem Ehepaar. Das zubereitete Essen hat sehr gut gemundet und der gesellige Abend hat uns sehr gefallen.

Inzwischen kennen wir aus Verzweiflung jeden Stein, Baum und die eingeschleppten Frösche aus Puerto Rico, die jede Nacht ein Höllenkonzert machen.

Die Mitarbeiter des hawaiischen Flugwetterdienstes, die vom Festland aus in Prescott arbeiten, sind keine Meteorologen, sondern sture Zettelableser mit den gleichen Informationen, die wir auch aus dem Internet bekommen. Ihnen fehlt in jeder Weise ein bisschen Denken und Vorstellungskraft für ein kleines Flugzeug, das nur mit einer True Airspeed von 135 kt und entsprechender Spritbeladung erst mal auf A 7000, nach weiteren 3 Stunden auf A 9000 usw. steigen kann. Einen auf Ausweichrouten mit besserem Wind zu verweisen, kommen sie erst gar nicht. Allerdings einen Flugplatz zu empfehlen, wo beim Landeairport ein kleiner Hurrican auf den Flieger wartet, das können sie. Leider muss man den FSS aus versicherungsrechtlichen Gründen befragen. So waren für den kommenden Flug die Gegenwind-Vorhersagen wieder um 20 kts geschönt.

Das Inselhupfen auf Hawaii hat riesigen Spaß gemacht. Die Natur ist traumhaft. Die Strände sind als mies zu bezeichnen und wir als Weltenbummler waren Fremde, denen man mit Argwohn begegnete.

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Ralf & Marga Hannemann, 2011