Reisebericht der Charity-Weltreise 2011 (11)


Cork, EICK - 23.06.2011 - 1725 NM - 12:38

Aufliegende Wolken mit starkem Nieselregen bei +2° C verhießen nichts Gutes für den Weiterflug nach Cork. Das bekamen wir auch sofort beim Abflug in St. John’s zu spüren. In 1000 ft setzte sich schon Eis am Flugzeug an, dazu noch 30 kts Gegenwind und so war leistungsmäßig bei 4500 ft Schluss. In dieser Höhe war auch noch viel Arbeit nötig, um den Flieger überhaupt auf Höhe halten zu können. Nach 2 ½ Stunden wurde unser Flugzeug etwas leichter und mit anderen Windverhältnissen besserte sich die Flugeigenschaft. Die Motorvorwärmung und damit einhergehender Leistungsverlust musste noch 7 Stunden ihren Dienst wegen Vereisung verrichten.

Über Irland sahen wir in der späten Abenddämmerung viele Sonnwendfeuer brennen. In Cork war Handling Vorschrift. Da der Agent eine andere Maschine abfertigte, mussten wir eine ¾ Stunde bei Nacht in eisiger Kälte auf ihn warten. Gerne hätten wir uns an einem Sonnwendfeuer gewärmt. Wenigstens wurden uns die Handlinggebühren erlassen.

(nach oben)


Jersey, EGJJ - 24.06.2011 - 327 NM - 2:38

Nochmals wurde von uns alles abgefordert, weil wir uns nach Absprache mit dem Tower mit Special VFR von Cork heraus schummelten. Wir waren nach Cork geflogen, weil lt. NOTAM in Shannon für Wochen kein AVGAS vorhanden ist.

Das vom Golfstrom bevorzugte Klima lässt die Natur im Sommer und Winter auf Jersey, wie in Hawaii, tropisch erscheinen mit herrlich blühenden Pflanzen, nur sind die Strände viel schöner. Da wir diese Insel bereits wie unsere Westentasche kennen, beließen wir es bei einem ausgiebigen Strandspaziergang mit abschließendem typisch englischem Menü Fisch and Chips sowie einem Pint of Beer.

(nach oben)


Bayreuth, EDQD - 25.06.2011 - 600 NM - 3:53

Dies war das letzte Leg unserer zweiten Weltumrundung. Es war nichts Weltbewegendes. Anfangs hatten wir in 7000 ft +11° C, zum Ende des Fluges mussten wir auf 5000 ft sinken, weil die Temperatur auf -1°C gesunken war.

In Bayreuth wurden wir freudestrahlend von unserer Homebase empfangen, unseren Zwillingstöchtern Angela und Nathalie. Auch die MAF (Mission Aviation Fellowship) ließ es sich trotz 5-stündiger Autofahrt nicht nehmen uns mit einem riesigen Blumenstrauß zu begrüßen. Leider hatte Herr Jakob Adolf keine Zeit gehabt mit uns noch einen Kaffee zu trinken. Unser Freund Charly aus Hirschaid kam mit dem Motorsegler eingeschwebt und nach einer herzlichen Umarmung ging es in die Fliegerkneipe, wo es bei einem Kaffee viel zu erzählen gab.

Sehr enttäuschend empfanden wir es, dass vom Projekt Harl.e.kin, wo viele Spenden eingegangen sind, weder die Schirmherrin Frau Staatssekretärin und MdL Melanie Huml oder deren Vertretung, noch jemand von der Lebenshilfe bei unserer Ankunft zugegen waren. Sämtliche Spenden gehen direkt auf das Konto der Lebenshilfe und diese Organisation war über unsere Ankunft informiert worden. Wir können uns des Eindrucks nicht verwehren, dass von Anfang an von gewissen Personen oder Institutionen unser Engagement der Spendensammlung für Harl.e.kin blockiert wurde.

(nach oben)


Resümee:

Zweite Weltumrundung, die zwei Hilfsprojekten gewidmet wurde:

Harl.e.kin - mehr dazu, bitte hier [49 KB] klicken
MAF (Mission Aviation Fellowship) - mehr dazu, bitte hier [390 KB] klicken

Start: 30. März 2011 in Bayreuth, EDQD
Rückkehr: 25. Juni 2011 in Bayreuth, EDQD
Dauer: 88 Tage, geflogene Distanz 24 714 NM = 45 770 km
Geflogene Stunden: 193:19 Stunden bei 43 Starts und Landungen

Die Flüge führten zu 60 % über Wasser und zu 40 % über Land. Es war eine tolle, erlebnisreiche, aber zum Teil auch anstrengende Flugreise gewesen, die sehr viel logistische Vorbereitung erforderte. Wir begegneten in Asien vielen freundlichen Menschen, die den Zweck unserer Flugreise aufgeschlossen gegenüber standen und uns teilweise kostenlos oder mit gutem Rabatt übernachten ließen, was wir in Amerika vermissten.

Leider waren die Einreiseformalitäten in die USA mit dem eigenen Flugzeug sehr aufwändig. Auch die Bevölkerung, die auf Wachsamkeit gegenüber Fremden aufgerufen ist, bekamen wir zu spüren. Zuvor ergangene Einladungen wurden widerrufen, als wir vor Ort waren, aus Angst sich nachsagen zu lassen mit ev. Terroristen (also wir) privat Kontakt gehabt zu haben. Die wunderschöne Natur der USA ließ das negativ erlebte aber schnell vergessen.

Die größte Unfreundlichkeit fanden wir in Laoag auf den Philippinen, Mikronesien und den Marshall Inseln vor, alles arme, unzivilisierte, schmutzige, überbevölkerte Länder, regiert von korrupten Beamten. Sie zockten uns unbarmherzig ab und steckten die Gelder in ihre eigenen Taschen, wovon das arme Volk nichts hat.

Das zuvor berichtete, ist unsere persönliche Auffassung des Erlebten.

Ganz zum Schluss möchten wir uns bei allen bedanken, die uns in irgendeiner Weise für die Durchführung dieser zweiten einzigartigen Weltumrundung unterstützt haben.

(nach oben)


zu Seite [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ] [ 6 ] [ 7 ] [ 8 ] [ 9 ] [ 10 ] [ 11 ]

Zur Bildergalerie.

< zurück zur Reise-Übersicht

Ralf & Marga Hannemann, 2011